derwahrheitsbekunder
  Der Hadîth der Magd (Hadîth Al-Djâriyah)
 

Der Djâriyah-Hadîth wurde als widersprüchlich eingestuft (Muttarib), da der Inhalt dieses Hadîth in verschiedenen Versionen überliefert wurde, unter anderem von Imâm Muslim und von Imâm Mâlik. Einige Gelehrten sagten dass der, von Imâm Muslim im Buch „Sahîh Muslim“ überlieferte Aussage, ungültig ist.
Bei denjenigen aber, die diesen Hadîth akzeptiert haben, bedeutet es nicht, dass Gott im Himmel sei!

• Im „Sahîh Muslim“ wurde überliefert, dass ein Mann zum Propheten Muhammad, Salla l-Lâhu ^Alayhi Wa Sallam, kam und ihn bezüglich einer seiner Sklavinnen fragte, ob er diese freilassen soll oder nicht. Der Prophet soll gesagt haben „Bringt sie zu mir“, also um ihren Glauben zu prüfen. Als er sie brachte, soll der Prophet sie gefragt haben „Ayna l-Lâh“ (Wo ist Allâh)? und sie soll mit „Fi s-Samâ’“ (im Himmel) geantwortet haben, dann soll der Prophet weiter gefragt haben „Wer bin ich?“. Daraufhin soll sie gesagt haben „Der Gesandte von Allâh“. Dann soll er gesagt haben „Lass sie frei, sie ist eine Gläubige.“

Bei der Erläuterung dieses Hadith sagte Imâm an-Nawawiyy, dass die Frage
„Ayna l-Lâh“ eine Frage bezüglich ihrer Verehrung Gott gegenüber ist und nicht die Frage nach dem Ort; d.h. „Was ist dein Glaube bezüglich der Erhabenheit Gottes“. Ihre Antwort „Fi s-Samâ’“ bedeutet, dass sie der festen Überzeugung ist, dass Gott über alle Unvollkommenheiten erhaben ist und nicht, dass Allâh im Himmel sei! Es ist weder erlaubt zu glauben, dass der Prophet sie nach dem Ort gefragt hätte, noch dass sie geglaubt hätte, Allâh wohne im Himmel.

In dem Werk ar-Risâlatu l-Quschayriyyah des Gelehrten Abu l-Qâsim al-Quschayriyy ist überliefert das Imâm ^Aliyy sagte: „Die Frage nach „Wo“ darf nicht in Bezug auf Denjenigen gestellt werden, Der das „Wo“ erschaffen hat.“

Imâm Abû Hanifah sagte in seinem Werk „al-Fiqhu l-Absat": "Allâh existierte bevor er den Ort erschuf; Er existierte und es gab weder Ort noch Geschöpfe und Allâh ist Derjenige, der alles erschaffen hat."

Allâh, der Erhabene, sagt in der Sûrah asch-Schûrâ, Âyah 11:
لَيْسَ كَمِثْلِهِ شَىءٌ
Die Bedeutung lautet: "Allâh ähnelt nichts und niemandem."


Imâm al-Bukhâriyy überlieferte, dass der Prophet, Salla l-Lâhu ^Alayhi Wa Sallam, sagte:
كَانَ اللهُ وَلَمْ يَكُنْ شَئٌ غَيْرهُ
Die Bedeutung lautet: "Allâh existierte im Ewigen und außer Ihm existierte nichts."


• In einer anderen Version soll der Prophet gefragt haben „Wo ist Allâh“, woraufhin sie nach oben gezeigt haben soll, denn in dieser Überlieferung ist erwähnt, dass sie stumm war.

• In einer weiteren Version wurde gesagt, dass der Prophet gefragt hat „Wer ist dein Gott?“, worauf sie sagte: „Allâh“.

Die Gelehrten sagten, dass der Hadîth von Imâm Muslim falsch überliefert ist und somit als schwach einzustufen ist. Sie erwähnten, dass diese Überlieferung nicht stimmt, obwohl sie im „Sahîh Muslim“ überliefert wurde und dieses aus zwei Gründen:

1. Wegen dem Ittirâb, also weil dieser Hadîth ein Muttarib ist.

Wenn ein Hadîth Muttarib ist bedeutet es, dass dieser in verschiedenen Versionen überliefert wurde. Der Hâfidh** Al ^Irâqiyy sagte, dass es notwendig ist, diesen als schwach einzustufen, ebenso andere Gelehrte, indem sie sagten: „Der Hadîth der Muttarib ist, verpflichtet zur Schwäche! (Also dass man diesen als schwach einzustufen hat)“

2. Weil diese Überlieferung der Grundlage des Aufrufes widerspricht.

Die Gelehrten sagten, dass der Hadîth, der der Grundlage des Aufrufes entspricht, ein Hadîth Mutawâtir ist und alles was einem Mutawâtir-Hadîth widerspricht ungültig ist, es sei denn es ist eine passende Interpretation (Ta´wîl) der scheinbaren Wörter möglich. Das was jedoch kein Ta´wîl akzeptiert, ist ungültig und wird abgelehnt.

Die Gelehrten sagten, dass die Überlieferungen von Imâm Muslim und die, wo erwähnt wurde, dass sie stumm war, Ta’wîl benötigt, denn das Wort „Ayn“ hat im arabischen mehr als eine Bedeutung, einmal die Frage nach dem Ort und einmal die Frage nach dem Rang. Das Wort „Taht“ hingegen akzeptiert kein Ta´wîl.
Demnach können die Worte nicht dem Scheinbaren nach gedeutet werden.

Der Hadîth, der auf die Grundlage hinweist, wurde von 15 Gefährten überliefert.

Die Grundlage ist, was wir aus der Aussage des Propheten Muhammad, Salla l-Lâhu ^Alayhi Wa Sallam, entnehmen: „Mir wurde befohlen die Ungläubigen aufzufordern bis sie bezeugen, dass es keinen Gott außer Allâh gibt und dass ich Sein Gesandter bin.“
Er sagte nicht „bis sie bezeugen, dass Allâh im Himmel ist“!
Die Grundlage des Aufrufes beinhaltet ebenso, dass man nicht über eine Person mit dem Islam urteilt, wenn sie sagt, dass Allâh im Himmel sei. Denn wenn es so wäre, so müsste man auch über die Christen und Juden mit dem Islam urteilen, was jedoch unzulässig ist.

Die Gelehrten sagten, dass alles was der Grundlage nicht entspricht, nicht akzeptiert wird.

• Sie sagten jedoch dass die Überlieferung des Hadîthu l-Djâriyah von Imâm Mâlik der Grundlage entspricht, denn dieser überlieferte, dass der Prophet sagte: „Bezeugst du dass es keinen Gott außer Allâh gibt?“, woraufhin sie gesagt haben soll „Na^am“ (Ja). Dann soll er gefragt haben „Bezeugst du dass ich der Gesandte von Allâh bin?“

Dieses sind die verschiedenen Überlieferungen bezüglich des Hadîthu l-Djâriyah. Deswegen ist dieser Ausspruch ein Muttarib. Warum klemmen sich diejenigen, die Allâh mit den Geschöpfen vergleichen (Muschabbihah) ausgerechnet an die Version, deren scheinbarer Wortlaut aussagt, dass Allâh im Himmel sei?!

Wie kann man einen Ausspruch als schwach einstufen, obwohl er im „Sahîh Muslim“ überliefert wurde?

Die Gelehrten erwähnten in ihren Büchern, dass eine Anzahl von Aussprüchen, die von Imâm Muslim überliefert wurden, von den Gelehrten nicht akzeptiert worden. Imâm Muslim verfasste sein Buch und verteilte es dann an die Gelehrten, um dieses kontrollieren zu lassen. Vier Überlieferungen wurden nicht akzeptiert, worunter auch diese ist.

Einer dieser falschen Aussagen ist, dass der Prophet zu einem Mann gesagt haben soll „Mein Vater und dein Vater sind im Feuer“. Dieses stufte der Hâfidh** As-Suyûtiyy als schwach ein!
Eine weitere falsche Überlieferung, die von Imâm Asch-Schâfi^iyy und einer weiteren Anzahl von Hufâdh** abgelehnt wurden, ist dass Anas ibnu Mâlik gesagt haben soll „Ich habe heute hinter dem Gesandten Gottes, Abû Bakr und ^Umar gebetet und sie erwähnten nicht Bismi l-Lâhi r-Rahmâni r-Rahîm“.



**Hufâdh ist die Mehrzahl von Hâfidh. Der Hâfidh ist ein Hadîth-Gelehrter, welcher sowohl die Aussagen des Propheten, Salla l-Lâhu ^Alayhi Wa Sallam, wie auch ihre Überlieferungsketten auswendig gelernt hat. Durch seine besondere Qualifikation in der Hâdith-Wissenschaft obliegt es dem Hâfidh die überlieferten Aussagen nach der Stärke der Überlieferungen einzustufen.

Möge Allâh uns auf dem Glauben des Propheten, der Sahâbah und der rechtschaffenen Gelehrten sterben lassen. Âmîn
 
 
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